Austritt Rohmehlstaub – Mehlschuss – im Werk Wietersdorf

Austritt Rohmehlstaub – Mehlschuss – im Werk Wietersdorf

Heute Nacht, 21. 3. um 2 Uhr, musste in Wietersdorf der Ofen wegen einer Ringbildung abgestellt und der Ring entfernt werden.
Der Stillstand dauerte etwas mehr als 5 Stunden.
Da sich das Ofensystem während der Stillstandsdauer auskühlt, bedarf es einer Aufheiz- und Anfahrphase, in der die einzelnen Anlagenteile schrittweise wieder hochgefahren werden. Nach dem Erreichen der Betriebstemperatur, wird das Rohmehl (die gemahlene Rohmaterialmischung die hauptsächlich aus Kalkstein und Mergel besteht) in den Vorwärmturm des Drehrohrofens aufgegeben.
Aufgrund der sich beim Anfahren ständig ändernden Bedingungen (Aufheizkurve) können im Ofensystem Anbackungen (Rohmehlklumpen) entstehen, welche sich von den Innenwänden des Vorwärmturms teilweise wieder ablösen. Lösen sich größere Anbackungen, so kann es beim Hochfahrbetrieb zu Verstopfungen der Rohmehlleitungen kommen, hinter der sich das nachkommende Rohmehl staut.
Heute Früh um ca. 8:45 Uhr ist es genau zu so einem Ereignis gekommen. Die Mehlleitung war verstopft. Diese Verstopfung hat sich jedoch nach kurzer Zeit von selbst wieder gelöst. Das hinter der Verstopfung aufgestaute Rohmehl wurde durch das schlagartige Freiwerden der Rohmehlleitung vom Vorwärmturm durch den Drehrohrofen bis in den Ofenauslauf und Klinkerkühler “geschwemmt“.
Aufgrund der relativ großen Rohmehlmenge, die in kurzer Zeit in den Ofeneinlauf gelangte, entstand temporär ein Überdruck in diesem Bereich. Der Prozessluftventilator der den Ofenauslauf und den Klinkerkühler entstaubt konnte diesen Überdruck jedoch nicht in der Geschwindigkeit ausgleichen in der er entstand.
Deswegen trat im Bereich des Klinkerkühlers Rohmehlstaub aus, der auch außerhalb des Werkes gesehen werden konnte.
Für Fragen stehe ich Ihnen natürlich gerne zur Verfügung

Berndt Schaflechner
Betriebsleitung Zement/Prokurist