w&p Zement Information: Austritt Rohmehlstaub im Werk Wietersdorf

w&p Zement Information: Austritt Rohmehlstaub im Werk Wietersdorf

Vom 20.08.2015 bis zum 29.08.2015 gab es aufgrund von notwendigen Ausmauerungsarbeiten am Drehrohrofen Wietersdorf einen Betriebsstillstand. Da sich das Ofensystem während der Stillstandsdauer komplett auskühlt bedarf es einer Aufheiz- und Anfahrphase von bis zu 48 Stunden, in der die einzelnen Anlagenteile schrittweise hochgefahren werden. Nach dem Erreichen der Betriebstemperatur wird das Rohmehl (die gemahlene Rohmaterialmischung die hauptsächlich aus Kalkstein und Mergel besteht) in den Vorwärmturm des Drehrohrofens aufgegeben. Aufgrund der sich beim Anfahren ständig ändernden Bedingungen (Aufheizkurve) können im Ofensystem Anbackungen (Rohmehlklumpen) entstehen, welche sich von den Innenwänden des Vorwärmturms teilweise wieder ablösen. Lösen sich größere Anbackungen, so kann es beim Hochfahrbetrieb zu Verstopfungen der Rohmehlleitungen kommen, hinter der sich das nachkommende Rohmehl staut.

Am Abend des 30.08.2015 ist es genau zu so einem Ereignis gekommen. Die Mehlleitung war verstopft. Diese Verstopfung hat sich jedoch nach kurzer Zeit von selbst wieder gelöst. Das hinter der Verstopfung aufgestaute Rohmehl wurde durch das schlagartige Freiwerden der Rohmehlleitung vom Vorwärmturm durch den Drehrohrofen bis in den Ofenauslauf und Klinkerkühler “geschwemmt“. Aufgrund der relativ großen Rohmehlmenge, die in kurzer Zeit in den Ofeneinlauf gelangte, entstand temporär ein Überdruck in diesem Bereich. Der Prozessluftventilator der den Ofenauslauf und den Klinkerkühler entstaubt konnte diesen Überdruck jedoch nicht in der Geschwindigkeit ausgleichen in der er entstand. Deswegen trat im Bereich des Klinkerkühlers Rohmehlstaub aus, der von der Bevölkerung am Sonntagabend gesehen wurde.

Diese sogenannte Zyklonverstopfung tritt bei jeder Anlage zur Zementklinkerherstellung, meistens im Anfahrbetrieb, zeitweise auf.

Nach dem Vorfall wurde die Rohmehlaufgabe sofort gestoppt, die Anlage auf weitere Anbackungen untersucht und der Bereich um den Ofen gereinigt. Der Ofen konnte dann am Montagmorgen wieder vollständig hochgefahren werden. Die Behörde ist über den Vorfall informiert.

 

w&p Zement GmbH, 31.8. 2015